Trennungsangst bei Erwachsenen: 1 Test zum Verständnis Ihrer Ängste
Kurz gesagt: Trennungsangst betrifft nicht nur Kinder: Etwa 6,6 % der Erwachsenen leiden irgendwann in ihrem Leben darunter, oft ohne dies zu erkennen. Diese Angst wird pathologisch, wenn die Furcht vor Trennung von einem nahestehenden Menschen länger als sechs Monate anhält und den Alltag beeinträchtigt, sich durch katastrophale Gedanken, intensive Angst oder Vermeidungsverhalten manifestiert. Die ASA-27-Skala, ein wissenschaftlich validiertes Referenztool, ermöglicht eine Selbstbewertung in 27 Fragen. Ein Wert über 35 deutet auf klinisch signifikante Angst hin. Einfache Fragen können zunächst erkennen, ob Sie excessive Angst vor Trennungen oder ein ständiges Bedürfnis verspüren, zu überprüfen, ob es Ihren Nahestehenden gut geht. Die Erkennung dieser Symptome ist der erste Schritt zur Konsultation eines Fachmanns und zum Zugang zu angepasster therapeutischer Unterstützung.
Test zur Trennungsangst bei Erwachsenen: Bewerten Sie Ihr Angstniveau
Sarah, 32 Jahre alt, empfindet intensive Angst jedes Mal, wenn ihr Ehepartner auf eine Geschäftsreise geht. Ihre Hände werden feucht, ihr Herz beschleunigt sich, und katastrophale Gedanken erfüllen ihren Geist: „Was ist, wenn ihm etwas zustoßen würde?", „Was ist, wenn er nie zurückkommt?". Diese Reaktionen, die sie anfangs für normal hielt, halten nun seit drei Jahren an und beeinträchtigen inzwischen ihr alltägliches und berufliches Leben.
Kommt Ihnen diese Situation bekannt vor? Trennungsangst betrifft nicht nur Kinder. Nach neuesten epidemiologischen Daten leiden etwa 6,6 % der Erwachsenen irgendwann in ihrem Leben an Trennungsangststörung. Dieser Zustand, lange Zeit bei Erwachsenen unterdiagnostiziert, ist heute im DSM-5 als eine Störung anerkannt, die im Erwachsenenalter beginnen oder andauern kann.
Die Selbstbewertung stellt einen entscheidenden ersten Schritt dar, um dieses Problem zu identifizieren und eine angepasste Behandlung einzuleiten. In diesem Artikel werden wir wissenschaftlich validierte Bewertungsinstrumente erforschen und Ihnen Verständnisschlüssel geben, um diese besondere Form der Angst besser zu verstehen.
Trennungsangst bei Erwachsenen verstehen
Definition und diagnostische Kriterien
Trennungsangst bei Erwachsenen ist gekennzeichnet durch excessive und unangemessene Angst vor der Trennung von Personen, zu denen eine emotionale Bindung besteht. Im Gegensatz zu normalen Sorgen über die vorübergehende Abwesenheit eines Nahestehenden wird diese Angst pathologisch, wenn sie:
- Mindestens 6 Monate anhält
- Erhebliche Angst verursacht oder funktionelle Beeinträchtigung bewirkt
- Nicht durch eine andere psychische Störung erklärbar ist
Spezifische klinische Manifestationen
Bei Erwachsenen manifestiert sich Trennungsangst anders als bei Kindern. Die häufigsten beobachteten Symptome sind:
Kognitive Symptome:- Grübeleien über die Sicherheit von Nahestehenden
- Aufdringliche Gedanken über katastrophale Szenarien
- Konzentrationsschwierigkeiten in Abwesenheit der Bindungsperson
- Hypervigilanz bezüglich Zeichen bevorstehender Trennung
- Intensive Angst bei Trennungen
- Reizbarkeit und emotionale Labilität
- Gefühl der Leere oder des Verlassenseins
- Schuldgefühle aufgrund von exzessiven Aufmerksamkeitsforderungen
- Vermeidung von Reisen oder Aktivitäten, die Trennung beinhalten
- Wiederholte Überprüfungen (Anrufe, Nachrichten)
- Schwierigkeiten, allein zu schlafen
- Ständiges Suchen nach Beruhigung
Wissenschaftlich validierte Bewertungsinstrumente
Die Adult Separation Anxiety Scale (ASA-27)
Die von Manicavasagar und Kollegen entwickelte Adult Separation Anxiety Scale (ASA-27) stellt das Referenztool zur Bewertung von Trennungsangst bei Erwachsenen dar. Diese selbstausfüllbare Skala umfasst 27 Items, die drei Hauptdimensionen bewerten:
Jedes Item wird auf einer Likert-Skala von 0 bis 3 Punkten bewertet, was einen maximalen Gesamtwert von 81 Punkten ergibt. Validierungsstudien zeigen, dass ein Wert über 35 das Vorliegen einer klinisch signifikanten Trennungsangst andeutet.
Das Beck Anxiety Inventory (BAI)
Obwohl es nicht spezifisch für Trennungsangst ist, stellt das Beck Anxiety Inventory eine nützliche Ergänzung dar, um die Intensität allgemeiner Angstsymptome zu bewerten. Von Aaron T. Beck 1988 entwickelt, ermöglicht dieses 21-Item-Tool die Quantifizierung somatischer Angstmanifestationen über einen Zeitraum von einer Woche.
Die Werte werden wie folgt interpretiert:
- 0-21: Minimale Angst
- 22-35: Leichte bis mäßige Angst
- 36 und darüber: Schwere Angst
Vorläufige Fragen zur Selbstbewertung
Vor der Verwendung formaler Skalen können diese einfachen Fragen Ihnen helfen, die mögliche Anwesenheit von Trennungsangst zu identifizieren:
- Empfinden Sie excessive Angst, wenn Sie sich von Ihrem Partner oder einem Nahestehenden trennen müssen?
- Haben Sie Schwierigkeiten einzuschlafen oder allein zu Hause zu sein?
- Beeinträchtigen Ihre Sorgen um die Sicherheit Ihrer Nahestehenden Ihre täglichen Aktivitäten?
- Vermeiden Sie bestimmte Situationen (Reisen, Ausflüge) aus Angst vor Trennung?
- Verspüren Sie das Bedürfnis
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